Skriptum:Kritischer Rationalismus und evolutionäre Erkenntnistheorie (Götschl Johann)

Aus Skriptenforum.net

Wechseln zu: Navigation, Suche
LERNUNTERLAGEN
SKRIPTEN - aktuelles Skriptum (06ws) 
 
Skriptum-Infos
Semester
06ws ...archivieren
letzte Bearbeitung
11.9.2009
Entstehungsgeschichte
Danke an den Autor bzw. die Autorin!
hilf mit und ergänze fehlende Informationen
Automatisierter Import

Diese Lernunterlage wurde aus html konvertiert und enthält deshalb möglicherweise gröbere Formatierungsfehler. Bitte hilf mit, sie zu überprüfen und auszubessern und entferne anschließend diesen Baustein!


Empfohlene Literatur:

  • Götschl, J.: Evolution and Progress in Democracies. Towards New Foundations of a Knowledge Society
  • Lütterfelds, W. (Ed.): Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie
  • Popper, K.R.: Objektive Erkenntnis: Ein evolutionärer Entwurf
  • Vollmer, G.: Evolutionäre Erkenntnistheorie

Handout/Online-Unterlagen: Literaturauswahl zur Vorlesung "Kritischer Rationalismus und Evolutionäre Erkenntnistheorie" (zusammengestellt von J. Götschl) WS 06/07

  1. Speck, J. (Ed.): Grundprobleme der großen Philosophen, Bd. I, II u. III
  2. Popper, K.R.: Popper ? Lesebuch
  3. Popper, K.R.: Objektive Erkenntnis
  4. Lorenz, K.: Die Rückseite des Spiegels
  5. Riedl, R./Wuketits, F.: Die evolutionäre Erkenntnistheorie
  6. Götschl, J./Wuketits, F.: Erkenntnis und Humanität
  7. Götschl, J.(Ed.): Evolution and Progress in Democracies. Towards New Foundations of a Knowledge Society
  8. Vollmer, G.: Evolutionäre Erkenntnistheorie
  9. Lütterfelds, W. (Ed.): Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie

Anknüpfend an die Demokratie Churchill zur Demokratie':' «Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ausgenommen alle anderen.» Der berühmte Ausspruch des früheren britischen Premierministers Winston Churchill bringt das Problem mit den Staatsformen auf den Punkt. Die perfekte Staatsform gibt es nirgendwo auf der Welt, aber trotz aller anderen Staatsformen, die bisher ausprobiert wurden, und trotz aller Mängel, die auch der Demokratie anhaften, gibt es bis heute keine Staatsform, die besser geeignet ist, das Zusammenleben der Menschen zu regeln als die Demokratie.
http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/ Demokratie ist nach Popper die beste Staatsform, die auch seine Kriterien erfüllt: >Popper hat sie neu definiert als eine Herrschaftsform, in der es möglich ist, die Herrscher ohne Blutvergießen auszutauschen. Dies, nicht etwa die Behauptung, dass die Mehrheit Recht habe, sei der größte Vorzug der Demokratie<. Historisch gesehen entstand die Demokratie im alten Griechenland. Die damalige Form hat sich jedoch als Fehlentwicklung erwiesen ? Man war der Meinung, dass mehr ?Mitbestimmer? auch bessere Ergebnisse bringen würden. Die Mehrheit hat Recht! Man muss die Mitbestimmung differenzieren, denn sie ist auch eine Frage der Kompetenz. Über etwas abzustimmen, für das man nicht kompetent ist bringt sicher keine besseren Ergebnisse. Popper meint aber, dass wir Mehrheitsbeschlüsse brauchen, obwohl nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Ergebnis falsch sein kann Demokratie ist keine Garantie für die Richtigkeit einer Entscheidung. Demokratische Entscheidungen können auch zu falschen Ergebnissen führen ? diese können aber korrigiert werden (nächste Wahl!) Demokratische Auswahlverfahren sind komplex und brauchen mehr Zeit. Zu berücksichtigen ist auch der Zwang der objektiven Parameter. In der Politik haben Machtspiele nur einen minimalen Einfluss. Demokratische Instrumente fördern höheres Bildungsniveau und benötigen mehr Wissen. Sie fördert daher auch das Lernen. Die nötigen Regelwerke der demokratischen Verfahren fordern und fördern mehr begründetes Wissen. Demokratie fördert Toleranz. Man darf aber nicht unkritisch gegenüber allem tolerant sein. Unbegrenzte Toleranz führt zum Verschwinden der Toleranz Zu Kompetenz und Verantwortung: Man kann die Verantwortung nur für etwas übernehmen, für das man auch kompetent ist. Beispiel: Prof. Götschl lädt alle Studierenden ein, kostenfrei mit ihm nach Kreta zu reisen. Einzige Bedingung er pilotiert den Jumbojet ? Einwand: Sie können das nicht ? Antwort - aber ich übernehme die Verantwortung! Das ist eine Leerformel, da keine Kopplung zwischen Kompetenz und Verantwortung möglich ist. Offene Gesellschaft? ? ist auch selbstgefährdend à Umweltverschmutzung durch Wirtschaftswachstum. Geschichtsbewusstsein Die Lehre aus der Geschichte ist, dass man aus ihr
nicht lernen kann ? die Entwicklung ist nicht vorhersehbar. Imperativ Evolutionäres Denken Wissen ist ein evolutionärer Vorgang ? Entwicklung
durch Anpassen an die Notwendigkeit. Realvergleiche Man muss Wissen gewichten und soll nicht
vergessen wie es früher war. Zu Fehlbarkeit und Wahrheit: Ich weiß, dass ich fehlbar bin, aber ich muss mich an der Wahrheit orientieren. Unfehlbarkeit untergräbt die Wahrheitsfindung. Wenn man die Fehlbarkeit beseitigt, beseitigt man die Wahrheit. Die offene Gesellschaft ist ein Staatsmodell des österreichischen Philosophen Karl Popper, welches die größtmögliche Freiheit für jedes Individuum bieten soll. Der Staat soll dabei soweit wie möglich minimiert, allerdings nicht vollständig ausgeblendet werden. Poppers Vorstellung von der offenen Gesellschaft ist eng mit dem Liberalismus verbunden. Der Begriff Offene Gesellschaft leitet sich vom Buchtitel Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ab. In diesem Buch wendet sich Karl Popper gegen den Totalitarismus des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus, Ideologien, deren Ursprung er auf die Philosophie Platons, Hegels und Karl Marx', insbesondere deren Lehre von einer Gesetzmäßigkeit der Geschichte (siehe Historizismus), zurückführt. In Offenen Gesellschaften ist im Gegensatz zu ideologisch festgelegten, geschlossenen Gesellschaften, die einen für alle verbindlichen Heilsplan verfolgen, ein intellektueller Meinungsaustausch gestattet, der auch kulturelle Veränderungen ermöglicht. Daher sind Meinungs- Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie religiöse Neutralität von grundlegender Bedeutung für Offene Gesellschaften. Institutionen sind zwar unumgänglich, können in Offenen Gesellschaften aber geändert werden. Alles ist einer ständigen Kritik ausgesetzt. Der Staat ist in einer Offenen Gesellschaft ein notwendiges Übel. Er soll zwar eine ausreichende Grundversorgung bereitstellen, aber den Bürgern keine Wohltaten erweisen. Popper schlägt als Maxime statt der Maximierung des Glücks die bescheidenere Minimierung des Leidens vor. Die beste Staatsform ist nach Popper die Demokratie, die Popper neu definiert als eine Herrschaftsform, in der es möglich ist, die Herrscher ohne Blutvergießen auszutauschen. Dies, nicht etwa die Behauptung, dass die Mehrheit Recht habe, sei der größte Vorzug der Demokratie. Die westlichen Industrieländer begreifen sich selbst als Offene Gesellschaften. Dementsprechend hat etwa das deutsche Bundesverfassungsgericht die überragende Bedeutung insbesondere der Meinungsfreiheit und deren Vorrang gegenüber spezielleren Schutzrechten immer wieder betont. Einführung in das Thema: Hauptvertreter des kritischen Rationalismus ist Sir Karl Popper. Sir Karl Raimund Popper (* 28. Juli 1902 in Wien; ? 17. September 1994 in London) war ein österreichischer und britischer Philosoph, Soziologe und Wissenschaftstheoretiker. Er ist Zeitgenosse des Wiener Kreises ? Neopositivismus, den er jedoch kritisch gegenüber steht. Er ist auch Zeitgenosse der Existenzphilosophen ohne deren Meinung zur Gänze zu teilen. Steht dem Marxismus und der Revolutionstheorie (Markuse) kritisch gegenüber ? die Menschheit kann nicht durch Revolutionen, sondern nur durch einen kontinuierlichen Lernprozess verändert werden. Er ist natürlich auch von der Judenverfolgung der Nazi betroffen, was sich in seinen späteren Werken deutlich abzeichnet. Hauptaussage: Wir haben kein absolutes Wissen. Alle wissenschaftliche Erkenntnis ist zu falsifizieren bzw. ständiger Kritik zu unterziehen. Kritik an der Induktion Der Logische Empirismus ging von der positivistischen Auffassung aus, dass aus der Erfahrung durch genügende Anzahl von Beobachtungen im Wege der Schlussweise der Induktion, d.h. nach dem Schema

Dieser Schwan ist weiß oder Alle bekannten Schwäne sind weiß
Daher sind alle Schwäne weiß Daher sind alle Schwäne weiß

allgemeine Aussagen über einen Gegenstandsbereich gemacht werden können, die einen Gesetzescharakter haben. Die induktive Schlussweise ist also logisch betrachtet der Schluss von einem Fall und einem Resultat auf eine Regel. Die Empiristen versuchten solche Schlüsse als absolute Erkenntnis hinzustellen. Popper hielt dem entgegen, dass man nie zu einer absoluten Erkenntnis gelangen kann, sondern solche Theorien ständig zu überprüfen sind. Erweist sich nur ein Teilsatz als falsch ist die gesamte Theorie zu verwerfen. Die richtigere Denkweise sei die Deduktion: Die Deduktion (v. lat.: deducere = herabführen) oder deduktive Methode ist in der Philosophie und der Logik eine Schlussfolgerungsweise vom Allgemeinen auf das Besondere, vom Vielen auf das Eine. Genauer gesagt werden mithilfe der Deduktion spezielle Einzelerkenntnisse aus allgemeinen Theorien gewonnen. Sie bezeichnet die Gesamtheit der Regeln und Verfahren, mit deren Hilfe es möglich ist, aus gegebenen Prämissen auf rein logischem Wege, d.h. auf extensionaler Grundlage, Schlussfolgerungen abzuleiten. Die deduktive Methode ist nicht die einzige Methode der Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Solch eine Methode muss stets von Prämissen ausgehen, die ihrerseits als wahr zu beweisen sind. Am Beispiel des Aristoteles:

Alle Menschen sind sterblich Sokrates ist ein Mensch Sokrates ist sterblich
Prämisse 1 Prämisse 2 Schluss
Empirisch richtige Prämisse Empirisch richtige Prämisse richtiger Schluss
richtige Erkenntnis

Beispiel von Prof. Götschl:

Alle Menschen sind Elefanten Götschl ist ein Mensch Götschl ist ein Elefant
Prämisse 1 Prämisse 2 Schluss
Empirisch falsche Prämisse Empirisch richtige Prämisse richtiger Schluss
falsche Erkenntnis

Angesprochen wurden noch einige Werke von Karl Popper zu seinen Theorien: Wissenschaftstheorie: Logik der Forschung,1934 zuerst auf Deutsch erschienen Gesellschaftstheorie: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde von 1945 Kritik am Historizismus: Das Elend des Historizismus (1957) ?Drei-Welten-Theorie? Evolutionäre Erkenntnis: Die Zukunft ist offen. Das Altenberger Gespräch (1985, gemeinsam mit Konrad Lorenz) 9. 'Objektives Wissen' à ß subjektives Wissen (3 Welten Theorie) Subjektives Wissen hat 200 000 Jahre lang angenommen dass die Erde zweidimensional (Scheibe) ist. Objektives Wissen, seit 400 Jahren wissen wir, dass die Erde dreidimensional (Kugel) ist.
Argumentieren mit der Meinung der Mehrheit (anonyme Instanz) ist falsch. Nur rationale Argumente (verifizierbar) führen zur Wahrheit. Behauptungen aus Selbstverliebtheit (= Konsens ohne Aufgabe des eigenen Standpunktes,) sind gleich zu werten wie die Berufung auf eine anonyme Instanz. Subjektives Wissen ist notwendig damit objektives Wissen entstehen kann. Ein Subjekt verfügt über Wissen, welches durch wissenschaftliche Methoden objektiviert werden kann. Dabei können zwei objektive Kategorien entstehen, objektiv richtiges oder objektiv falsches Wissen.

objektiv richtiges Wissen objektiv falsches Wissen
2 x 3 = 6 2 x 3 = 9
Durch Anwendung mathematischer Regeln kann nachgewiesen werden, dass die Aussage richtig ist Durch Anwendung mathematischer Regeln kann nachgewiesen werden, dass die Aussage falsch ist

In beiden Fällen wurde durch Anwendung wissenschaftlicher, verifizierter Methoden eine Objektivierungen vorgenommen. Die 3 Welten Theorie:

Welt 1 Welt 2 Welt 3
physikalisch? materielle Welt (Gegenstand) Unser Wahrnehmen ? subjektives Wissen wissenschaftlich ermitteltes Wissen (verifiziert/falsifiziert)
Hammer Erfinder Prinzipien die dabei angewendet wurden
Buch Autor (seine Gedanken) Allgemein gültiges Wissen
Gehirn Subjektive Erkenntnis Erkenntnis nach Verifizierung

Historisches Beispiel à Aristoteles

WELT 1 WELT 2 WELT 3
Gehirn ? von Aristoteles seziert Wahrnehmung: Gehirn ist nicht das Zentrum des Menschen sondern das Herz. Das Gehirn dient nur zur Blutkühlung.

Aristoteles hat zwar eine interessante Beobachtung gemacht diese aber nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht àfalsifiziert. Auch mit damaligen Mitteln hätte man feststellen können, dass das Herz im Wesentlichen eine Muskelpumpe ist. 9. 'Wissenschaft versus Pseudowissenschaft' EXKURS: Die Prägung des Begriffs in der Diskussion der Wissenschaftstheorie wird Karl Popper zugeschrieben. Der Wissenschaftstheoretiker hatte sich nach eigenem Bekunden ab 1919 mit dem Thema Pseudowissenschaft beschäftigt, und in diesem Rahmen sein so genanntes Falsifikationskriterium zur Lösung des Abgrenzungsproblems zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Theorien entwickelt: "Ich wollte zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft unterscheiden, wohl wissend, dass sich auch Wissenschaft irrt und Pseudowissenschaft durchaus über die Wahrheit stolpern kann." (Popper: Science, Pseudo- Science, and Falsifiability (Vortrag aus dem Jahre 1953), in: Conjectures and Refutations, (1962), 1978, S. 33) Dabei machte er klar, dass er in seiner ersten Näherung an das Phänomen der Pseudowissenschaften nicht die Frage der Wahrheit für vorrangig gehalten habe. Auch fehlende Exaktheit oder Messbarkeit seien nicht sein Grundproblem gewesen. Er habe vielmehr intuitiv empfunden, dass es Theorien gäbe, die sich als Wissenschaften gerierten, tatsächlich jedoch mehr mit Mythen gemein hätten als mit Wissenschaft. Als Beispiele nannte Popper den Marxismus, die Psychoanalyse, die Individualpsychologie und die Astrologie, als Gegenbeispiel nannte er Einsteins Relativitätstheorie. Pseudowissenschaften entsprechen in der Sicht von Kritikern ihrem Wesen nach nicht den Kriterien methodisch reflektierter, intersubjektiver Wissenschaft. Von Religion oder Esoterik unterscheiden die Pseudowissenschaften sich dadurch, dass sie experimentell gewonnene Daten zur Bestätigung ihrer zentralen Überzeugungen nutzen, wobei die Grundannahmen selbst auch unabhängig von den empirischen Daten feststehen.
Ein wesentlicher Aspekt wissenschaftlichen Arbeitens besteht nämlich darin, Irrtümer und unfalsifizierbare Hypothesen als solche zu erkennen und ohne sie weiterzuarbeiten. Ein typisches Beispiel für diese Arbeitsweise ist die Entwicklung in der Physik: Das Konzept des geozentrischen Weltbilds (Erde im Mittelpunkt) wurde während der Renaissance aufgegeben. Die Newtonsche Physik wurde durch Einsteins Relativitätstheorie für beliebige Massen und Geschwindigkeiten erweitert. Die Erkenntnisse von Heisenberg und anderen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Quantentheorie ergänzen die Newtonsche Physik auf atomarer und subatomarer Ebene. Geozentrisches Weltbild nach Brahe - historische Darstellung Im geozentrischen Weltbild steht die kugelförmige Erde (griechisch ???????????, geokentrikó, ?erdzentriert?; von ??, altgriechische Aussprache G?, ?Erde?) im Zentrum des Universums. Alle weiteren Himmelskörper (Mond, Sonne, Planeten) umkreisen die Erde in verschiedenen von innen nach außen konzentrisch angeordneten Sphären (durchsichtigen Hohlkugeln). Die äußerste Sphäre wird von den Fixsternen besetzt. Das geozentrische Weltbild darf nicht mit dem Konzept der flachen Erde verwechselt werden.

Die Theorie der flachen Erde bzw. einer Erdscheibe

Die ältesten Schriftzeugnisse menschlicher Kultur kennen eine flache Erde. In Mesopotamien stellte man sich die Erde als eine auf einem Ozean schwimmende Scheibe vor. Diesem Modell folgten auch die frühen griechischen Philosophen Anaximander und Hekataios. Die Idee einer Kugelgestalt der Erde wurde in Griechenland schon im Altertum vertreten. Pythagoras (6. Jh. v. Chr.) vertrat diese Ansicht insbesondere aus ästhetischen Gründen und nahm an, dass auch die Himmelskörper kugelförmig seien. Aristoteles (4. Jh. v. Chr.) gab in seiner Schrift Über die Himmel folgende Gründe für die Kugelgestalt der Erde: § Sämtliche schweren Körper streben zum Mittelpunkt des Alls. Da sie dies von allen Seiten her gleichmäßig tun und die Erde im Mittelpunkt des Alls steht, muss sie eine kugelrunde Gestalt annehmen. Dieses Argument beruht auf falschen Voraussetzungen ü Bei von der Küste wegfahrenden Schiffen wird der Rumpf vor den Segeln der Sicht verborgen. ü In südlichen Ländern erscheinen südliche Sternbilder höher über dem Horizont. ü Der Erdschatten bei einer Mondfinsternis ist rund. Astrologie Die Astrologie (griechisch ?????????? - wörtlich die Sternenkunde, nicht zu verwechseln mit der Astronomie - griechisch ?????????? - wörtlich die Gesetzmäßigkeit der Sterne) ist die systematisch betriebene anthropozentrisch-mythologische Deutung der Stellung bestimmter Himmelskörper (insbesondere der Gestirne des Sonnensystems) und wird der Esoterik zugerechnet. Aus wissenschaftlicher Sicht wird die Astrologie der Neuzeit je nach Herangehensweise zu den Para- oder Pseudowissenschaften gezählt. Homo signorum aus den Très Riches Heures des Herzogs von Berry (1412-16; Chantilly, Musée Condé, Ms. 65, fol. 14v). Psychoanalyse Unter der Psychoanalyse (von griechisch ???? [psyche], dt. Seele, und ???????? [analysis], dt. Zerlegung, im Sinne von Untersuchung, Enträtselung der Seele) versteht man ein Konzept zur Beschreibung und Erklärung des Menschen als biopsychosoziales Wesen unter besonderer Berücksichtigung unbewusster psychodynamischer Prozesse (u.a. Bildung der Bedürfnisse). Daneben wird der Begriff auch für die psychoanalytischen Therapien verwendet - eine Gruppe von Verfahren zur Behandlung innerer und zwischenmenschlicher Konflikte -, sowie für die psychoanalytische Methodik, die sich mit der Untersuchung kultureller Phänomene beschäftigt. Kritik Der Wissenschaftstheoretiker Karl Raimund Popper, der eine Zeit lang bei Alfred Adler in dessen Erziehungsberatungsstellen und Heimen gearbeitet hatte, kritisierte die Psychoanalyse auf der Basis seines Abgrenzungskriteriums der Falsifizierbarkeit: "Eine Theorie darf nicht alles erklären, was vorstellbar ist, weil sie dann nicht überprüfbar ist. Als Beispiel nehme ich die Freudsche Theorie, in der alles, was ein Individuum tun kann, in Freudschen Termini erklärt wird: [...] Auf diese Weise kann keine menschliche Handlung der Freudschen Theorie widersprechen, und deshalb ist sie nicht überprüfbar." Die Kritik Poppers, bei Freuds Theorie handele es sich um eine Pseudowissenschaft, ist immer wieder geäußert worden. Ein Beispiel ist der Wissenschaftstheoretiker Anthony A. Derksen. Kritischer Rationalismus Überblick Grundaussagen: ü Wir sind nicht perfekt ü Wir haben kein absolutes Wissen ü Alles muss ständig der Kritik unterzogen werden ü Unsere Erkenntnis ist nie ganz vollständig ü Wissen ist ein Suchprozess = Fragestellung ohne Ende Aussagen: 1. Es gibt keine historischen Gesetze. Historizismus wird abgelehnt. Historie ist nicht determiniert. 2. Geschichte ist ein offener Prozess man kann die Zukunft nicht ableiten. Das ist Ethisch wichtig, weil dadurch kein Rückbezug auf Geschichtliches möglich ist. Fehlhandlungen können nicht mit Gesetzlichkeiten entschuldigt werden. 3. Wir müssen Entscheidungen treffen, haben aber keine Garantie für die Richtigkeit. Wir befinden uns in einem Kreisprozess von Versuch und Irrtum. Handeln ist bein ständiger Prozess von Versuch und Irrtum. Prinzipien der Evolutionstheorie (ET): Nach Aussage von Karl Popper ist die ET eine metaphysische Theorie, weil sie nicht widerlegbar = nicht falsifizierbar. Die Evolution ist nicht im Experiment Nachzuprüfen. Sie wird über die historische Rekonstruktion nachvollzogen. Diese wird immer dann angewendet, wenn wir nicht dabei waren. Die ET kann über paläontologische Befunde untersucht werden. (Organismen, Fossile und Gentechnik). Am Beispiel der Wirbeltiere, die im Wesentlichen eine Wirbelsäule und 4 Extremitäten haben, egal in welcher Ausprägung. Die Evolutionstheorie nach Darwin konnte bisher nicht widerlegt werden. Nutztiere und Nutzpflanzen beweisen, dass Organismen nicht fix sind. Organismen unterscheiden sich in vielen Merkmalen. So entsteht ein Art Wettbewerb ums Dasein, nur der Stärkste und bestens Angepasste überlebt. Es gibt daher auch keine Konstante für die Evolution ? Evolution ist ein offener Vorgang. Lebewesen sind aktive Systeme, die ständig auf der Suche nach einer besseren Welt sind. Das gilt für Menschen und Tiere ? Beispiel Nahrungssuche. Zusammenfassend: Die ET ist eine historische Theorie, kann im Kleinen auch experimentell untersucht werden. Es ist nicht jede beliebige Änderung von Lebewesen möglich ? ZB: ist ein würfelförmiges Tier im Wasser nicht möglich. Die Evolution ist ein offener Vorgang der keiner Gesetzmäßigkeit unterliegt. Es war schon vor Milliarden von Jahren nicht vorhersehbar wie sich die Welt entwickeln wird. Die Evolutionstheorie wird auch auf unser eigenes Denken angewendet. Unser Geist hat sich aus den Gehirnstrukturen allmählich entwickelt, das ist ein Ergebnis der Evolution. Erkenntnis sind kognitive Vorgänge, die nicht nur auf den Menschen beschränkt sind. Sie sind Naturgeschichte des Erkennens. Diese Erkenntnis sagt nichts darüber aus, ob wir die Wahrheit über die Welt erkennen. Wir erkennen die Welt als sehende Wesen anders als z.B. Hunde (Nasenwesen). Farben werden durch unsere Augen konstruiert, dafür sind nämlich Fotorezeptoren notwendig. Die kritische Philosophie sagt aus, dass nicht alles so ist, wie es uns erscheint. Unser Hirn war konstruiert um seinen Träger das Überleben zu garantieren, nicht um ihm die absolute Wahrheit zu zeigen. Tiere erkennen nur soviel wie sie für das Überleben benötigen. Ein Leopard erkennt seine Beutetiere und die keplerschen Gesetze sind ihm nicht zugänglich. Nur der Mensch ist fähig eine spezifische Erkenntnisleistung zu erbringen. Er kann nachdenken, wie er Erkennen kann. 2 Ebenen der Evolutionstheorie. 1. Kein Mensch kommt als leerer Kasten zur Welt. Jeder ist evolutionär vorgeprägt. Erkennbar zB. am Klammerreflex des Säuglings. 2. A priori Wissen ist ein historisches a posteriori Wissen. Es ist ein Stammesgeschichtliches Wissen, welches uns mitprägt. EXKURS: A priori (lat. ?vom Früheren her?) ist eine lateinische Redewendung und bezeichnet das, was der Erfahrung vorausgeht ? unabhängig von der Wahrnehmung. A priori ist der Gegensatz von a posteriori. 3. Alle Erkenntnis hat nur hypothetischen Charakter. Das entspricht der Aussage Karl Poppers, dass wir nie sicheres Wissen besitzen.
Es gibt starke Hypothesen, die wir aufgrund unserer Erfahrung aufstellen können, zB. Die Sonne wird morgen wieder aufgehen. Da dieses Ereignis seit Jahrmillionen eintritt, dürfen wir mit höchster Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass die Sonne auch morgen wieder aufgehen wird. Eine schwache Hypothese wäre, dass ich Morgen einen 6er im Lotto gewinne. 4. Wir sind mit einem Ratiomorphen Apparat ausgestattet. Man kann von einem Vorbewusstsein sprechen, Wir sozusagen mit vielen Hypothesen ausgestattet die man auch als Erwartungen bezeichnen kann.
Wir erwarten aufgrund von Vorwissen, dass etwas so ist (sein wird) wie es immer war, besonders wenn es regelmäßig auftritt (Sonnenaufgang).
Man kann auch von einer Zweckzuordnung sprechen, zB. aufgrund ihres Aussehens haben alle Fahrkartenautomaten den gleichen Zweck. Eine Zweckzuordnung kann aber auch zu gefährlichen Fehlhandlungen führen, wenn der Glaube an historische Gesetzmäßigkeiten ? die es ja nicht gibt ? angewendet wird. Das kann bis zum Völkermord führen (Nazi- Ideologie). Zweck kann sich auch auf metaphysische Vorkommen beziehen, wenn man nach einen Zweck sucht, wo (rational) keiner ist. Beispiel umstürzender Grabstein erschlägt am Weihnachtsabend einen Buben ? die Sinnfrage kann rational nicht beantwortet werden. Das Bild von unserer Welt ist so beschaffen, dass vorgegebener Sinn vorhanden ist. Es gibt keine historische Gesetzmäßigkeit. Das befähigt uns auch aus Fehlern zu lernen ? vorausgesetzt eine Bereitschaft zur Änderung ? und uns zu verbessern. Die Welt ist nicht determiniert! Theorie für alles Fehlen empirischer Bedingungen Prophetie versus Prophetien versus Voraussagen

prophetisch
utopische
Sozialtechnik
versus piecemeal sozial engeneering
(schrittweise soziale geregelte Vorgangsweise)

Theorie für alles: (Beispielsweise à Alles was im Leben passiert hat Gott geschaffen.) Der Satz ist eine Tautologie ? er schließt nichts aus und schließt nichts ein und ist daher auch nicht kritisierbar. (Siehe auch 13.12.06) Fehlen empirischer Bedingungen: Wir brauchen eine experimentelle Einstellung, weg vom Apriorischen. Gemeint ist Sammeln von vielen Erfahrungen, diese kritisch betrachten. Apriorische Annahmen verhindern den Fortschritt. Der KR betrachtet die Gesellschaft kritisch im Sinne von Kritik mit Alternativen. Missstände werden aufgedeckt aber immer mit ?guten? Alternativen. Derzeitige Problemlage à Wir wissen nicht wie Armut entsteht ? man sucht nach dem Mechanismus. Prophetien versus Voraussagen Gedankenbeispiele:

prophetisch utopische Sozialtechnik piecemeal sozial engeneering
Platonische Idee Marxismus Gleiches Einkommen für alle Totale Demokratie ? Schüler wählen Lehrer Schrittweises Vorgehen am Beispiel der USA: Abschaffung der Sklaverei durch das höhere Rechtsempfinden der Nordstaaten.

Rolle der Erwartung:

Erwartungen Beobachtungen
(Realität)

Enttäuschung von Erwartungen hilft
uns besser zu verstehen


Ringen um besseres Verstehen
Versuch und Irrtum
(Trial and Error)

Menschen können ohne Erwartungen nicht existieren. Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden wird nachgeforscht warum! Dies fördert das Verstehen. Erwartungen können auch zu hoch sein! An Beispielen: Die Erwartungen durch die Prinzipien des Christentums sind so hoch, dass vieles nicht erfüllt werden kann. Dennoch wird die Realität wirksam. Das führt zu diversen Problemlagen. ü Derzeit hoher Erwartungsdruck auf den Papst durch AIDS. Die Erwartung ist, dass durch moralische Bildung ? verzicht auf außerehelichen Geschlechtsverkehr ? das Problem zu lösen ist. Die Realität spricht dagegen, die Erwartung ist zu hoch 20 bis 30 Mio. Menschen erkranken und sterben. ü Ab dem 17.Jhd. entstand eine starke Bevölkerungsvermehrung ? es entstanden ungewollte Schwangerschaften ? Die Kirche hat Schwangerschaftsabbruch verboten ? Die Realität trieb die Abtreibungswilligen bzw. die -durchführenden in den Untergrund. ü Ursprünglich (Zeit Maria Theresias) wurde erwartet, dass die allgemeine Schulpflicht sich nicht durchsetzen würde à Realität ? sie hat sich durchgesetzt. ü Schule Heute à sehr starker Erwartungsdruck, da ihr Erziehung und Unterrichtung aufgelastet wird. Es wird eine neue Positionierung notwendig! Am Beispiel Jugendstrafrecht: Österreich hat das Beste Jugendstrafrecht in Europa! Die ursprüngliche Forderung war, Ersttäter stärker und strenger zu bestrafen à Erwartung ? die Rückfallquote geht zurück. Diese Erwartung war falsch. Geringere Strafen für Ersttäter und Resozialisierungsmaßnahmen führten zu weniger Rückfällen. Erwartungen die uns überfordern führen zu Enttäuschungen: Wann ist eine Enttäuschung gerechtfertigt? ? Wenn die Erwartung gerechtfertigt war! Aristoteles à Gut ist was uns glücklich macht. Popper à Wir müssen danach streben, dass uns das glücklich macht was gut ist. Verständlichmachung der gegenseitigen Erwartung ? Gastvortrag von Prof. Dr. Herbert Hörz aus Berlin Prof. Hörz befasste sich mit gesellschaftspolitischen Themen. Entwicklungsdenken in der Gesellschaftsentwicklung

  1. Globale Krise
  2. Fallbeispiele: Potsdammer Manifest
  3. Stückwerkstechnologie
  4. Kritik des flachen Evolutionismus
  5. Philosophische Entwicklungstheorie/ Entwicklungsprinzip
  6. Finalisierung der Gesellschaftsentwicklung
  7. Zyklische Gesellschaftsentwicklung
  8. Fazit

Zu 1 Globale Krisen à Die Zivilisationsentwicklung führt heute zu negativen Entwicklungen. Es entsteht eine Herrschaftskrise gegen die Natur, es scheint als gebe es einen Rachefeldzug der Natur gegen die Menschen. Die Menschen sind eine Katastrophengemeinschaft geworden. Wünschenswert wäre eine Entwicklung zur Verantwortungsgemeinschaft. Eine Theorie für die Entwicklung zu dieser Gemeinschaft muss entstehen, die Kompetenzen in diesen Fragen müssen zusammengeführt werden. Zu 2 Potsdammer Manifest:
Siehe Anhang. Zu 3 Es sind neue Gedankengänge nötig[1], die vom heutigen Stückwerkdenken weg müssen. Heuristik ist Gedankenprovokation. Man muss lernen in Möglichkeiten zu denken. ? Siehe Anhang. Zu 4 Ein globaler Evolutionismus ist nötig. Es gibt in der Entwicklung keine automatischen Vorgänge ? wir mussten unsere Welt unseren Bedürfnissen anpassen.
Naturgesetze sind in einem System zu sehen à die Menschen verändern die Natur im System (Innerhalb der Gesetze). Neue Erscheinungsformen erfordern mehr Kriterien und zwar Effektivkriterien und Humanitärkriterien. Zu 5 Philosophische Entwicklungstheorie / Entwicklungsprinzip à keine Aussagen aufgenommen. Zu 6 Jede Gesellschaft glaubte, dass sie die finale Gesellschaft ist. Die vergangenen Gesellschaften wurden immer von nachfolgenden Gesellschaften abgelöst. (Römer von den Barbaren (Germanen etc.) Von welcher Gesellschaft werden wir abgelöst?
Die Ablösung erfolgt als Auflehnung gegen schlechte Zustände.
Die DDR war eine gescheitertes Experiment und ist keine finale Entwicklung im Kommunismus àeine Weiterentwicklung ist möglich. Zu 7 Zyklen als Entwicklung nicht im Kreis sondern als Rückkehr. Es gibt in der geschichtlichen Entwicklung Makrozyklen (Großzyklen) über mehrere Jahrhunderte (8-12Jhd). Es entstand eine Auseinanderentwicklung von Wissenschaft = Bildungselite und Handwerk d.h. von Wissen und Können. Es müssen neue Ziele formuliert werden, wobei eine Einheit von Bildung und Wissen anzustreben sind, Wissen und Können sollen zum allgemeinen Nutzen zusammengeführt werden.
En Mikrozyklus ist die DDR ? Mauer der DDR entstand aus wirtschaftlichem Druck (Arbeiterschaft drohte verloren zu gehen) es entstand eine inhumane Entwicklung mit den bekannten Folgen. Zu 8 Das Fazit wurde als Diskussionsrunde geplant. Die Runde eröffnete Prof. Götschl. Diskussionsfrage von Götschl: > Warum ist die Idee der klassenlosen Gesellschaft nicht aufgegangen? < ü Veränderung geht nur in der Stagnation. Die Demokratie ist diese Stagnation. ü Die Assoziation freier Individuen könnte ein neuer Schritt zur klassenlosen Gesellschaft sein. Marx hatte eine Weltrevolution im Sinn. Die Globalisierung ist eine neue Chance. ü Die Aufklärung ist zB. nicht historisch entstanden, sie war ein human interner Vorgang. Auch hier ist eine Entwicklungschance durch die Globalisierung. ü Wo zB. ist der Demos in der Demokratie à Die wirklich Regierenden (Industrie, Wirtschaftskapitäne) stellen sich nicht der Wahl. Die Regierungen sind im Grossen nur Erfüllungsgehilfen der wirklich Mächtigen. Macht ist die Fähigkeit sich seiner eigenen Mittel zu bedienen. ü Man darf soziale Gruppierungen nicht an Wissen binden.
Plebiszitäre Mitsprache ist zu fördern.
> Das erfordert doch mehr Wissen in diesem Kreis? <
Nicht unbedingt: Wie kommen wir unter diesen Ansätzen zu Aussagen, wie die Zukunft aussehen soll. à Es geht um die Ausformulierung der regionalen Problematik, diese müssen präzisiert werden und dann plebiszitär abgestimmt werden. ü Das Wissen muss an die richtigen Stellen kommen. Dieses Wissen muss argumentativ Aufnehmbar sein ? plausibel für alle. Anknüpfend an die Aussage ü Wir sind nicht perfekt Entwickelt P.G, dass Niemand perfekt ist. Wissen ist immer nur in abgestufter Form vorhanden. Das relativ gesehene sicherste Wissen ist das wissenschaftliche Wissen, welches genau untersucht wurde, der ständigen Kritik ausgesetzt ist und letztendlich auch ständig weiterentwickelt ? damit auch immer sicherer ? wird. Das Wissen, welches mit der Aussage, ?ich bin überzeugt?? ist kein gesichertes Wissen sondern lediglich die Beschreibung eines inneren Zustandes. Überzeugung ist daher nicht wichtig für die Wahrheit. Das Wissen, welches mit der Aussage, ?das sagen Millionen von Menschen?? ist ein subjektives Wissen und muss nicht auch objektiv richtig sein, keinesfalls ist es absolutes Wissen. Kritik: Kritik muss sich rechtfertigen lassen, es soll eine bessere Alternative nachweisen. Diese Alternative muss auch umsetzbar sein. Kritik am System führt dadurch zu neuen Alternativen. Exkurs: Die Kritik an den großen und unflexiblen Dialysegeräten führte zur Entwicklung kleinerer und tragbarer Geräte. Hunger in der Welt verursacht die Armutsforschung welche die Ursachen erforscht. Der Wahrheitsbegriff: Der Begriff Wahrheit bezeichnet im Allgemeinen eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit. Die einflussreichste sprachanalytisch orientierte Theorie ist die semantische Theorie der Wahrheit von Alfred Tarski. Er strebt eine Wahrheitsdefinition an, in der der Ausdruck ?wahr? auf Aussagen angewendet wird und die mit der klassischen Korrespondenztheorie verträglich ist. T. führt folgendes ?Schema? einer wahren Aussage ein: ?x ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn p? Eine allgemeine Definition von Wahrheit ist für Tarski nur im Rahmen formaler Sprachen möglich. In der normalen Sprache kann immer nur geklärt werden, ?worin die Wahrheit dieser einen individuellen Aussage besteht?. So in seinem berühmt gewordenen Beispiel: ?es schneit? ist eine wahre Aussage dann und nur dann, wenn es schneit? Das bedeutet, eine Theorie ist Wahr, wenn das was der Satz aussagt außerlinguistisch korrespondiert bzw. X ist wahr, wenn der Inhalt eine eindeutige Isomorphie des Abgebildeten ist. Außerlinguistisch bedeutet wirklich vorhanden, Isomorph besagt übereinstimmend. Exkurs: Alfred Tarski bzw. ursprünglich Alfred Teitelbaum (* 14. Januar 1901 (nach anderen Quellen: 1902) in Warschau; ? 26. Oktober 1983 in Berkeley, USA) war ein polnischer Mathematiker und Logiker. Bereits 1930 entwickelte Tarski eine Formel, die dem Unvollständigkeitssatz Kurt Gödels aus dem Jahr 1931< 7268 ;/a> fast entsprach. Seine Arbeiten umfassten neue Ansätze in der Behandlung von Entscheidungproblemen, der Axiomatisierung von [http://de.wikipedia.org/wiki/Algebra Algebra und Geometrie sowie in der Algebraisierung von Logik und Metamathematik. Seine Arbeiten wirken insbesondere in der Modelltheorie und in der analytischen Sprachphilosophie bis heute nach.] Aus Wikipedia die freie Enzyklopädie Am Beispiel: [? ist der Grazer Hauptbahnhof? Man kann angeben wie man hinkommt. Wahr für mich ist der Satz, sobald ich den Hauptbahnhof sehe (Isomorphie). Wahr für den Auskunftsgeber ist, dass der Hauptbahnhof existiert (auch wenn er ihn nicht sieht) und wo er ist, da er das aus Erfahrung weiß. Er hat das irgendwann verifiziert. Unsere Wahrheit ist nicht gleich eine absolute Wahrheit, da nach Popper, die absolute Wahrheit nicht erreichbar ist. Wahrheit, auch wenn sie nicht absolut ist, ist als regulative Idee nicht verzichtbar. Man muss anmerken, dass alle politischen Ideen der verschiedenen Arten weit weg von der Wahrheit sind. Wahrheit als regulative Idee führt zu einer größeren Wahrheit. Der Fortschritt entsteht durch Argumentation. Argumentation bringt mich in Not ? Eliminieren führt nicht zur Wahrheit. Wenn ich mit dem pythagoreischen Lehrsatz nicht einverstanden bin, nütz es auch nichts, wenn ich ihn auf einen Zettel schreibe und diesen verbrenne. Eliminieren führt also nicht zur Wahrheit. 08.11.06 Diverse Sätze zum Thema kritischer Rationalismus: 1. Falbilität
Der Begriff des Fallibilismus bezeichnet eine wissenschaftstheoretische Grundhaltung, nach der das Erreichen von gesichertem Wissen in den empirischen Wissenschaften nicht möglich ist. Die Gegenposition, die behauptet, dass gesichertes Wissen in den empirischen Wissenschaften durch Verifikation endgültig bestätigt werden kann, wurde von Vertretern des logischen Empirismus behauptet.

  1. Methode der Kritik
    Kritik muss immer im Lichte bessere Alternativen aufgezeigt wird. Kritik in Alternativen muss universal verwendbar und umsetzbar sein.
  2. Wissenschaftliches Wissen ist dem wahren Wissen am nächsten.
    Wissenschaftliches Wissen ist der Kritik unterworfen und wird immer wieder falsifiziert. Das gibt relativ viel Sicherheit. Derzeit wird ein Absinken der Geisteswissenschaften beklagt. Damit geht die reine Wissenschaft als Kulturgut verloren.
  3. Gegen die Absolutheit (Unfehlbarkeit)
    Behauptung der Unfehlbarkeit brachte immer nur Leid und den Zusammenbruch (Nazi und Kommunismus in der Form des Leninismus). Keine politische Ideologie ist im Besitz der Unfehlbarkeit, auch wenn das Millionen von Menschen glaubten. Kommunismus in China geht unter der Realität zugrunde, wie das auch in den UdSSR war. Die Kraft der Realität verändert die Welt
  4. Evolution statt Revolution
    Veränderungen müssen allmählich und im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen. Unvollkommen à Verfahren begrenzter Reformen und Verfahren pauschaler Systemveränderungen.
    Unvollständigkeit à U. treibt uns voran, weil der Mensch nach Vollkommenheit strebt. Die Änderungen müssen in überschaubaren Schritten und mit abschätzbarem Risiko erfolgen.
  5. Wissenschaft versus Pseudowissenschaft
    Wissenschaft arbeitet mit rationalen Argumenten. Das setzt die Autorität herab, hat aber mehr Wahrheitsgehalt.
  6. Konzept der offenen Gesellschaft (Idee des ?Sozialstaates?)
    Die größte Tat ist die Schaffung des ?Sozialstaates? dies ist nur in einer offenen Gesellschaft (Demokratie) möglich. Der Sozialstaat schafft eine höhere Form der Freiheit und Solidarität. Die Ausbreitung der Demokratie ist wichtig, da ihre Ausbreitung zu mehr Gerechtigkeit führt.
  7. Objektives Wissen à ß subjektives Wissen (3 Welten Theorie)
    Subjektives Wissen hat 200 000 Jahre lang angenommen dass die Erde zweidimensional (Scheibe) ist. Objektives Wissen, seit 400 Jahren wissen wir, dass die Erde dreidimensional (Kugel) ist.
    Argumentieren mit der Meinung der Mehrheit (anonyme Instanz) ist falsch. Nur rationale Argumente (verifizierbar) führen zur Wahrheit. Behauptungen aus Selbstverliebtheit = Konsens ohne Aufgabe des eigenen Standpunktes, sind gleich zu werten wie die Berufung auf eine anonyme Instanz.

Professor Götschl ist verhindert und sendet einen Vertreter. Kritischer Rationalismus ist eine Kampfansage an Positivismus à starker Einfluss auf heutige wissenschaftliche Arbeiten. Popper war auch Humanist. Kritischer Rationalismus benützt Vernunft zur Generierung von Theorien und diese werden solange ständiger Kritik ausgesetzt bis sie mit höchster Wahrscheinlichkeit als richtig eingestuft werden kann. KR richtet sich gegen Induktion à Man beobachtet ? stellt eine Theorie auf ? schaut ob es stimmt und nimmt alles her was die Theorie bestätigt. KR richtet sich gegen Beobachtung als Gewissheit à Wir haben beobachtet, dass die Sonne täglich auf und unter geht, also wird sie auch morgen auf und unter gehen. Das ist ein induktiver Schluss. Deduktiv wäre: Aufgrund der Fundamentalkonstanten wird die Sonne morgen wieder aufgehen. Hier wird von allgemeinen Gesetzen auf einen Einzelfall geschlossen.

Idealismus Materialismus Realismus Krit. Rationalismus
Wissenschaftliches Wissen ist: Wissenschaftliches Wissen ist: Wissenschaftliches Wissen ist: Wissenschaftliches Wissen ist:
bloße Schöpfung des Geistes die symbolische Widerspiegelung des Geistes Abbild der Realität Kontakt und Konflikt mit Daten und führen zum Schluss auf eine Realität
Abbildung des Idealen Auf der Materie beruht alles (Neuropsychologie) Es gibt eine reale Welt, aber es gibt auch noch etwas dahinter.

Jede erklärt ihre Realität! Die Vermutung einer Realität ist Konstruktivismus. Zum Historizismus: Die Geschichte ist nicht vorhersagbar. Durch Erfindungen und durch Entscheidungen von Menschen wird die Entwicklung beeinflusst. Man kann daher nicht sagen was morgen erfunden wird und was daraus entsteht. Infinites Argumentieren: Wir können nie sicher sein, dass wir die absolute Wahrheit wissen. Jede Argumentation kann bis in die Unendlichkeit fortgesetzt werden. Dabei kommt man jedoch in das Münchhausentrilemma:

unendlicher Prozess
Münchhausentrilemma logischer Zirkel (eine Prämisse ist eine Konklusion von vorher)
Abbruch bei Erreichung höchster Wahrscheinlichkeit (Axiom) Ein Ding kann nicht zugleich sein und nicht sein (Locke)

Staat und Gesellschaft: Die Frage ist nicht, wer kann herrschen, sondern welche Institutionen müssen geschaffen werden, damit Regierungsmacht nicht missbraucht werden kann. Negativer Utilitarismus: Niemand hat das Recht anderen vorzuschreiben, worin sie ihr Glück suchen. Man muss daher bestrebt sein, nicht das Glück zu vermehren (Utilitarismus = Höchst mögliches Glück für die höchstmögliche Anzahl von Personen) sondern das Leid zu vermindern. Leid kann man konkreter darstellen als Glück.

Szientismus Wissenschaftlicher Humanismus
Wissen kann absolut sein.
Wissenschaft löst alle Probleme
Kritischer Wissenschaftler
Wissenschaft löst einige Probleme
Wissenschaftsgläubigkeit Eigentlicher Wissenschaftler

Probleme kann man nicht durch Nichtwissen lösen ? Kopf in den Sand stecken! Fabilität + Kritik + Unwissenheit: ü Antiautoritäre Haltung ü Neues ethisches Fundament (humanistisch) ü Möglichkeit und Notwendigkeit der Zusammenarbeit unter Menschen. (Zusammenarbeit fördert kritische Betrachtung) ü Gleichheit / Solidarität ü Toleranz ü Demokratie Die Minderheit kann nicht gleichviel Rechte haben wie die Mehrheit, sie unterwirft sich aber freiwillig der Mehrheit. Betrachte eine Partei als Theorie, so wird sie durch die Opposition falsifiziert. Bewährt sich die Theorie (Partei) erfolgt eine Wiederwahl, bewährt sie sich nicht (falsch) erfolgt eine Abwahl. Offene Gesellschaft 1. Überlebensfähig 2. selbstgefährdend 1. Imperative 2. Geschichtsbewusstsein 3. Evolutionäres Denken 4. Realvergleich z.B. vergessen wie es früher war 5. Fehlbarkeit und Wahrheit: Wenn man die Fehlbarkeit beseitigt, beseitigt man die Wahrheit. Geschichtsbewusstsein ist sehr wichtig, es hat immanente Bedeutung, denn man kann nicht aus vergangener Geschichte ableiten, was man gegenwärtig oder in der Zukunft tun soll. Der Mensch in der jetzigen Orientierungsarbeit à ohne Herkunft gibt es keine Zukunft. Der Mensch ist Lapidarhistoriker. Z.B. das Anlegen eines Fotoalbums ist schon Historisierung, nur jemand der in diesem Lebensprozess integriert ist kann miterleben. Wenn wir nichts über unsere Vergangenheit wüssten, wären wir orientierungslos. Wir rekonstruieren den Geschichtsverlauf um uns einzubetten. Geschichte ist nur hinreichende, keine notwendige Voraussetzung für die Zukunftsbewältigung. Wir können nur begrenzt durch Möglichkeitsprognostik (wieviel Essen, Trinken, Freizeitbedürfnisse braucht der Mensch)und Prophetie unsere Zukunft voraussagen. Der Mensch bemüht sich seine Freiheitsgrade zu erhöhen (freie wählen). Positive (Heilkünste à homöopathische Formen) und negative Geschichte ist von Vorteil. Für das Geschichtsbewusstsein ist es ein Vorteil zu sehen, welche Fehler und welches Unrecht der Mensch begangen hat. Auch in der Wissenschaft werden Fortschritte durch Vergleiche erzielt. Geschichte kann die Bewertbarkeit eines Systems behindern(z.B. Holocaust).
Durch kollektives Bewusstsein konnten Persönlichkeiten wie Hitler und Stalin entstehen, und ihnen zur Macht verholfen werden. Geschichte korrigiert sich von selbst z.B. Studentendemonstrationen im Iran. Überlegung(von Hans Alber): Aus der Geschichte lernen kann man negativ und positiv. Durch Nachahmung negativer Erfahrungen (meist im Glauben, dass man es besser kann) entsteht Negatives (Napoleon scheiterte an Russland ? Hitler auch) Gesellschaftsbewusstsein muss langsam wachsen. Die beste Kritik ist jene, im Lichte der Alternative. Bürger werden geschützt durch Alternativen vom Rechtssystem (Polizei). Fehlbarkeit und Wahrheit Nur jene Gesellschaften haben eine Chance die sich vom Konzept der Wahrheitsnähe leiten lassen. Minderheiten sollen geschützt werden weil sie von der Mehrheit erdrückt würden, aber sie sollten keinen Privilegiertenstatus erhalten. Frauen sind nur in der Berufsfindung privilegiert. Diese Form von Privileg soll aber nur so lange erhalten bleiben, bis sich unsere Gesellschaft von selbst reguliert hat. Wahrheit: Der Mensch kann vollständige Wahrheit nicht erreichen, er ist verurteilt wahrheitssuchend auf ewig zu sein. Ohne Wahrheit kann der Mensch nicht sein, sie ist das Regulativ der Menschheit und darum unverzichtbar. Wahrheit reguliert den Gedanken. Alles was wir in unseren Gedanken Theorien mit unseren Sätzen zum Ausdruck bringen, hat außerlinguistische Repräsentanz es ist eine isomorphe Abbildung. Betrachtung: Beispiel Hitler behauptete: Es ist wahr, dass die germanische Rasse die höchstwertigste Rasse der Menschheit ist. (Behauptung ohne empirische Beweise. Die angeblichen Beweise aus der germanischen Geschichte waren konstruiert und durch Überhöhung verzerrt.) Solche Immunisierungskonzepte bergen Gefahren: Theorie für alle Fehlen von empirischen Bedingungen Prophetien versus Voraussagen Prophetisch piecemeal social versus utopisch Sozialtechnik- Engeneering GÖTSCHL: "es ist wichtig zwischen Prophetie und Prognostik zu unterscheiden." Immunisierung: (sich unangreifbar machen) große Selbstgefährdung der Menschen. (Beispielsweise à Alles was im Leben passiert hat Gott geschaffen.) Solche Gedankensysteme sind: nicht widerlegbar, nicht kritisierbar, nicht falsifizierbar Theorien für alles Diese Theorien sind gefährlich, sogar tödlich sie differenzieren nicht aus. Mord könnte religiös interpretiert werden, dadurch wäre Mörder schuldlos. Karl Marx: Je tiefer die Qual der Menschen, umso mehr sind sie von der historischen Notwendigkeit ihres Emporkommens privilegiert die Gesamtheit zu regieren. Anmerkung: Die daraus entstandene Fehlentwicklung hat sich selbst erledigt! Freiheit wird konstruktiv. Offene freie Gesellschaft ist die beste Gesellschaft. Theorien für alle zu bauen ist die größte Gefahr. Kant/ 3 Typen a priori (von vornherein vorhanden) a posteriori (es gibt schon vorher etwas, von dem abgeleitet wird) synthetisches a priori Popper hat die kantische These von a priori (jede Ursache hat Wirkung und jede Wirkung hat Ursache = Ordnungsprinzip, unabhängig von Erfahrung)abgeändert. A priori Wahr und logisch einsichtig. Ein nicht durchgängiges Kausalitätskonzept wird ersetzt durch ein statistisches Kausalitätskonzept. Popper argumentiert: Es gibt einen Raum ohne Materie, aber es gibt keine Materie ohne Raum. Somit hat der Raum Priorität. Psychologische Vorstellung ist nur richtig beim Idealisieren. Laut Kant ist das Denkvermögen dem Menschen angeboren also a priori, es besteht keine Zeitunabhängigkeit. Laut Popper gibt es nur genetisches oder evolutionäres a priori Auszug: Lorenz, Konrad: Kants Lehre vom Apriorischen im Lichte gegenwärtiger Biologie Während Lorenz die evolutionäre Erkenntnistheorie auf dem Fundament der vergleichenden Verhaltensforschung zu einem umfassenden Gedankengebäude zusammensetzte, führte Karl Popper gleichzeitig und unabhängig von Lorenz seitens der Wissenschaftstheorie die evolutionäre Betrachtungsweise der Erkenntnis in die Philosophie ein. Durch Popper wird die Entstehung und Entwicklung wissenschaftlicher Hypothesen und Theorien ebenfalls als ein evolutionäres Modell dargelegt, wonach unser Wissen das Resultat von Selektionsprozessen ist und, ähnlich wie in der Evolution der Organismen, gewissen Auswahlprozessen unterliegt.

Lernunterlagen
Buch erstellen
blank info